DARMMODELL Aktionstage 2019

(von links nach rechts): Jimmy Hartwig, Gesundheitsbotschafter AOK Nordost; Studentin Uni Potsdam/Präventionsmobil; Chefarzt Fritz Ferdinand Köstermann, KMG-Klinikum Wittstock/Dosse; Simone Rauer, AOK Nordost; Prof. Dr. Karsten Weylandt und Dr. Adelheid Jung, Ruppiner Kliniken; Ralf Herfurth, ILCO e.V.; Uta Kilian-Zech, LAGO Brandenburg e.V.

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„Schaufenster im ländlichen Raum“ auf dem Marktplatz Wittstock/ Dosse

LAGO-Mitgliedsorganisationen engagierten sich am Samstag, den 15. Juni 2019 zum DARMMODELL-Aktionstag auf dem Marktplatz von Wittstock/Dosse. Unter dem Motto „Laufend vorsorgen“ wurde zu einem Gang durch Europas größtes begehbares DARMMODELL der Felix Burda Stiftung eingeladen. Mit 20 Metern Länge, 3,50 Meter Breite und 2,80 Meter Höhe bietet das DARMMODELL ausreichend Platz zum Erkunden und Anfassen. Interessierte konnten sich über den Aufbau des Darms, die Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs, über einzelne Vorsorgemöglichkeiten und den Ablauf einer Darmspiegelung informieren.

An den Informationsständen standen für Fragen und Gespräche zur Verfügung: die AOK Nordost mit ihrem Gesundheitsbotschafter Ex-Fußball-Profi Jimmy-Hartwig (Aktion „Hose runter“), die LAGO Brandenburg e.V., die Deutsche ILCO e.V. als Selbsthilfevereinigung, die Frauenselbsthilfe nach Krebs / Gruppe Wittstock und von der Medizinischen Hochschule Brandenburg Prof. Dr. Karsten Weylandt - Professor für Gastroenterologie am Campus Ruppiner Kliniken und Chefarzt der Gastroenterologie der Ruppiner Kliniken sowie die Oberärztin Frau Dr. Adelheid Jung von den Ruppiner Kliniken als medizinische Experten. Ergänzt wurde der Aktionstag durch das Präventionsmobil der Humanwissenschaftlichen Fakultät Potsdam - Check40 plus - Gesundheitscheck für 40- bis 70-jährige Brandenburger.

Gesundheitsministerin unterstützt Aufklärungstour durch Brandenburg Brandenburgs

Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij hat die SchirmFRAUschaft übernommen: „Das Thema Darmkrebsvorsorge löst in der Regel keine Begeisterungsstürme aus. Dabei ist es eine gute Nachricht, dass über 90 Prozent aller Darmkrebsfälle verhindert oder geheilt werden können. Das gilt allerdings nur, wenn die Krankheit rechtzeitig entdeckt wird. Als Gesundheitsministerin schätze und unterstütze ich darum die großartige Arbeit der landesweiten Initiative „Brandenburg gegen Darmkrebs“. Ihre kreativen öffentlichkeitswirksamen Aktionen klären auf und motivieren immer mehr Menschen, diese wichtige Vorsorgeleistung selbstverständlich in Anspruch zu nehmen.“

„Das tolle an der Darmkrebsvorsorge mittels Darmspiegelung ist, dass wir in der Untersuchung die Vorstufen des Darmkrebses (die Polypen) entfernen könnten - das unterscheidet die Darmspiegelung von vielen anderen Krebsvorsorgeuntersuchungen, denn damit verhindern wir bereits die Krebs-Entstehung im Dickdarm“ so Prof. Weylandt.

AOK Nordost hat Alter für präventive Darmspiegelung gesenkt

Die AOK Nordost hat ihr Angebot für Versicherte bereits 2017 über die gesetzlichen Vorgaben hinaus erweitert und das Alter für die Inanspruchnahme einer präventiven Darmspiegelung (Koloskopie) für Männer auf 40 Jahre und für Frauen auf 45 Jahre gesenkt. Zum Vergleich: Das gesetzliche Vorsorgealter liegt für eine präventive Darmspiegelung bei 50 Jahren für Männer und 55 Jahren für Frauen. Mit ihrer regionalen Aufklärungskampagne #hosenrunter konnte erreicht werden, dass rund 38 Prozent mehr AOK-Versicherte Darmkrebsvorsorge-Maßnahmen genutzt haben.

„Mit der deutlich gestiegenen Inanspruchnahme der Darmkrebsvorsorge unserer Versicherten haben wir nicht nur das Ziel unserer Kampagne #hosenrunter erreicht, sondern sogar übertroffen“, sagt Daniela Teichert, Beauftragte des Vorstandes, Mitglied der Geschäftsleitung und designierte Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost. „Aber es besteht weiterhin großer Aufklärungsbedarf, denn falsch verstandene Scham und Furcht halten noch immer zu viele Menschen davon ab, diese Vorsorge in Anspruch zu nehmen. Deshalb engagieren wir uns als regionale Gesundheitskasse weiterhin dafür, die Aufklärung über die Darmkrebsvorsorge voranzutreiben. Wir wollen zeigen, dass es keinen Grund gibt, diese wichtige Vorsorgemöglichkeit ungenutzt zu lassen.“

Jimmy Hartwig spricht vor Ort mit Besuchern zum Thema Vorsorge

Jimmy Hartwig, Ex-Fußballprofi und AOK-Gesundheitsbotschafter für das Thema Männergesundheit und Gesprächspartner vor Ort: „Ich will dabei helfen, dass insbesondere die männlichen Gesundheitsmuffel die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen besser wahrnehmen. Das tun zurzeit noch viel zu wenige. Man(n) fühlt sich stark und unverwundbar oder hat vielleicht auch Angst vor der Untersuchung. Das ist natürlich Quatsch, ich spreche da aus leidvoller Erfahrung. Daher meine Botschaft: Tut was, Jungs! Geht zur Vorsorge“, fordert Jimmy Hartwig, der selbst mehrfach an Krebs erkrankte.

Der Aktionstag in Wittstock/Dosse am 15. Juni 2019 war der letzte von drei DARMMODELL-Aktionstagen (Frankfurt Oder 11. Mai 2019; Schwedt 25. Mai 2019), die in diesem Jahr im Land Brandenburg stattgefunden haben.