Das im Folgenden ausführlich beschriebene Projekt mit den Arbeiten der Schülerinnen und Schüler wurde für eine Wanderausstellung aufbereitet. Diese steht seit dem Jahr 2000 interessierten Institutionen zur Verfügung.
Die Europäische Woche gegen den Krebs 1999 wurde von der EU unter das Motto "Prävention des Rauchens bei Kindern und Jugendlichen" gestellt. Der Drogenbericht des BMG aus dem Jahre 1998 zeigt, dass zwar die Anzahl derer, die nie geraucht haben, langfristig abgenommen hat. Andererseits nimmt aber gerade bei den jüngeren Jahrgängen der Anteil der Raucherinnen und Raucher wieder zu. Dabei stieg in Ostdeutschland die Quote bei den 12-17jährigen von 19 auf 34 Prozent. Besonders stark war hier der Anstieg bei den weiblichen Jugendlichen und jungen Frauen. Vor diesem Hintergrund entschied sich die LAGO für eine Aktion mit der Zielgruppe "Mädchen".
„Warum es sich lohnt, nicht zu rauchen? Mädchen fordern: Zeigt es uns!" Unter diesem Motto wurden Schülerinnen der 5. bis 9. Jahrgangsstufe eingeladen, sich an einem Wettbewerb zur Erstellung eines Info-Blattes zu beteiligen. Dabei standen Fragen zur Diskussion wie: Wie nehmen Schülerinnen ihre "Rauch-Umwelt" wahr? Sind Erwachsene Vorbild? Wie wirkt z. B. die Werbung auf sie? "So sieht unsere Umwelt aus – so soll sie sein, so würden wir es erwarten". Gestaltung und Umfang der Arbeiten waren frei wählbar.
Zwar war der Wettbewerbsaufruf an Mädchen gerichtet, es nahmen jedoch auch zahlreiche Jungen teil. Insgesamt hat der Wettbewerb eine rege Beteiligung hervorgerufen. Die eingesandten Arbeiten umfassten 132 Zeichnungen, Collagen, Info-Mappen, ein Video und selbst gefertigte Gegenstände ("Rauchpyramide", "Zigarettenschachtel"). Es wirkten die folgenden 8 Schulen und 3 Kitas (Hortbereich) mit:
Schule Kirchmöser Ost, Brandenburg
Grundschule Mahlow/Glasow, Mahlow
Kita 3 "Zwergenreich" (Hortbereich), Brandenburg
Kita 1 "Menschenskinder" (Hortbereich), Brandenburg
Kita "Klein und Groß" (Hortbereich), Brandenburg
Grundschule am Dachsberg, Premnitz
Lindenhof-Gesamtschule, Stahnsdorf
Grasow-Gymnasium, Brandenburg
Goethe-Realschule, Eberswalde
Realschule Lübbenau, Lübbenau
Gesamtschule "Am Weinberg", Rathenow
Ein Bildbeispiel
Die Schülerinnen und Schüler forderten zu Aktionen gegen das Image Rauchen sei "cool" und gemeinschaftsfördernd" auf wie etwa:
Bewegung und Sport statt Rauchen
Abschaffung der Tabakwerbung
Gesunde Ernährung statt Zigaretten
Reduzierung des Übergewichts ohne Zigaretten
Ein rauchfreies Zuhauses
Stop dem Passivrauchen
Eine rauchfreie Umwelt: Verbot des Rauchens in geschlossenen Räumen und öffentlichen Gebäuden
Mehr Rücksicht auf Nichtrauchende (Einnebelung, Gestank etc.)
Verbesserte Aufklärung zu Sucht- und Gesundheitsgefahren (Krebs)
Zunächst soll betont werden, dass sich alle mitwirkenden Schülerinnen und Schüler große Mühe gegeben haben, was die Preisverteilung nicht ganz einfach gemacht hat. Dennoch haben sich im Ergebnis der Bewertung die ersten Plätze deutlich herausgehoben. Die Jury, der sowohl Mitglieder der LAGO aus Medizin und Politik, als auch Lehrerinnen, Mütter und Schülerinnen angehörten, vergab ihr Votum für die Hauptpreise eindeutig.
Zu erwähnen ist, dass die Arbeiten der Goethe-Realschule aus Eberswalde im Gesamtvergleich einen herausragenden Platz einnahmen. Die Jury wählte bei den ersten zehn Plätzen gleich acht Arbeiten von Mädchen dieser Schule aus. Besonders erfreulich war, dass die LAGO dank ihrer Sponsoren in der Lage war, auch allen anderen Schülerinnen (und Schülern) einen Preis für ihr Bild zur Verfügung stellen zu können.
DM 200,- für ein Paar Inline-Skates für Melanie Fischer , Goethe-Realschule Eberswalde, 14 Jahre alt
Bild: "Außenseiter"
Das Bild thematisiert das "coole" Image, das bei Mädchen häufig mit dem Rauchen verbunden wird. Melanie wehrt sich dagegen drastisch, indem sie rauchende Mädchen in arroganter Pose darstellt und gleichzeitig an eben diese den Appell richtet, nicht rauchende Mädchen nicht zum farblosen "Aschenputtel" zu machen.
DM 150,- für einen tragbaren CD-Player für Stefanie Selmke Goethe-Realschule Eberswalde, 12 Jahre alt
Bild: "Fitness-Studio"
Der 2. Preis ging an eine Schülerin der jüngeren Altersklasse. Stefanie zeigt in ihrem Bild deutlich, dass Rauchen mit Gesundheit, Schönheit und körperlicher Fitness nicht in Einklang zu bringen ist: Auf der einen Seite steht der sportlich aktive und gut trainierte Junge, der seine Kraft durch Gewichtheben unter Beweis stellt, auf der anderen Seite sitzt abgeschlafft der krank und dabei unzufrieden aussehende, kraftlos wirkende Raucher. Gleichzeitig wird der für die Gesundheitsförderung wichtige Bereich der gesunden Ernährung angesprochen.
für Sandra Gerster : großer Bildband "Die Erben der Schöpfung"
für Dennis Lutter : Buchgutschein über DM 20,-
und Sandra Wick : großer Bildband "Naturerbe Europa"
Schule Kirchmöser-Ost, 6. Klasse
Der dritte Preis wurde für ein 13-minütiges Video vergeben. Darstellung Vor- und Nachteile des Rauchens im Gespräch, Aufzeigen von Krankheiten in Folge des Rauchens, Befragung mit Passanten (Kinder und Erwachsene) zum Thema "Warum es sich lohnt, nicht zu rauchen?". Zwar gab es einige technische Fehler (z. B. Filmen des Fußbodens oder "schwarze Stellen"). Dennoch haben die Filmemacherinnen ihr Ziel erreicht, zu zeigen, was passiert, wenn man raucht und durch Straßeninterviews zusätzlich verdeutlicht.
Die festliche Verleihung der Preise erfolgte am 07. Dezember 1999 im Rahmen der Fachtagung "Starke Schüler, optimistische Lehrkräfte, zufriedene Eltern" im Pädagogischen Landesinstitut in Ludwigsfelde. Dr. Karin Koch berichtete in ihrer Rede über den Inhalt und Erfolg des Projekts. Darüber hinaus würdigte sie die vielen kreativen und zahlreichen Arbeiten, die in einer Ausstellung im Rahmen der Fachtagung besichtigt werden konnten. Schließlich händigte sie den Gewinnern und Gewinnerinnen der ersten drei Preise ihre Preise und eine Urkunde aus. Die Presse berichtete positiv über den Wettbewerb und diese Veranstaltung.
Alle Preise wurden von Sponsoren zur Verfügung gestellt. Es unterstützten uns dankenswerterweise die folgenden Firmen und Institutionen mit Geld- und Sachspenden: Techniker Krankenkasse Potsdam, Mundipharma Limburg, Janssen Cilag, Helixor, Horus Apotheke Potsdam, IKK Brandenburg und Berlin, AOK für das Land Brandenburg, ProMarkt Potsdam, Bücherstube Teltow, Apotheke am Holländischen Viertel Potsdam, Johnson & Johnson. Ohne diese Sponsoren wäre die Aktion nicht möglich gewesen.