
Jedes Jahr erkranken
zirka 27.600 Menschen im Land Brandenburg neu an Krebs. Auch
wenn in der medizinischen Versorgung viele Fortschritte zu
beobachten sind, fehlt es an Informationsangeboten von
Betroffenen, die Mut und Hoffnung im schwierigen Kampf gegen
eine Erkrankung machen, bei der es durchaus eine Chance auf
Heilung gibt.
Mit der Broschüre
»Unser Leben
mit Krebs. Betroffene machen Mut«
möchten wir diese Lücke im psychosozialen Versorgungsangebot
etwas füllen. Die Publikation ist ein gemeinschaftliches
Projekt von LAGO und Deutsche ILCO Landesverband
Berlin-Brandenburg. Weiterhin wirkte der Landesverband
Berlin/Brandenburg der Frauenselbsthilfe nach Krebs
unterstützend mit.
Unser besonderer Dank gilt den von Krebs Betroffenen und ihren Angehörigen aus dem Land Brandenburg und Berlin, die wir für unser Projekt interviewen und portraitieren durften. Sie waren bereit, mit großer Offenheit und menschlicher Wärme über ihre Krankheit zu sprechen. Ihre Erfahrungsberichte werten dieses Portrait-Buch zu einem Mutmacher und hilfreichen Ratgeber auf.
Dass aus unserer Idee eine Publikation entstehen konnte, verdanken wir der Projektförderung der BARMER Ersatzkasse, der DAK-Unternehmen Leben sowie der IKK Brandenburg und Berlin.
Die
Broschüre kann gegen
eine Schutzgebühr von 5 Euro plus Porto bei der
Geschäftsstelle bestellt werden. Sie ist
Textauszüge:
"Als mir die Diagnose Krebs vermittelt wurde, war ich erst einmal erschrocken, aber nicht hoffnungslos. Ich hatte natürlich Angst und wollte wissen, wie weit er fortgeschritten war und ob er schon gestreut hatte ... Ich habe zu Hause mit meiner Frau darüber gesprochen. Danach stand für uns fest, es geht weiter, Kameraden. Für uns war das kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. ich bin mit der Situation ganz normal umgegangen und habe auch weiter gearbeitet. Zwar nicht jeden Tag, aber immerhin. Wir wollten unsere Normalität weitestgehend erhalten und uns nicht unterkriegen lassen." Hans-Günter Vierkötter, 74 Jahre, Diagnose 1999: Blasenkrebs
"Wir versuchen uns von den Folgen der
Krebstherapie nicht unnötig beeinträchtigen zu lassen. Während
der Chemo ging es uns beiden natürlich nicht gut ... Die
Übelkeit konnten wir medikamentös ganz gut bekämpfen, furchtbar
leiden mussten wir nicht. Zum Glück ist der Krebs nicht zu
unserem Lebensmittelpunkt geworden. Es gibt bei uns Gott sein
Dank nicht nur dieses eine Thema." Ingrid
Stolpe, 71 Jahre, Diagnose 2008: Brustkrebs
"Als mir meine Frau die Nachricht von ihrer Krebserkrankung
überbrachte, habe ich sehr bedauert, dass es nun auch sie
getroffen hat. Ich hatte mich inzwischen darauf eingestellt,
dass ich damit zu tun habe und empfand es als "unnötige
Solidarität", dass sie auch noch damit anfängt. Ich war
erschrocken und habe mir größere Sorgen um sie gemacht als um
mich selbst." Dr. Manfred Stolpe, 73
Jahre, Diagnose 2004: Kolorektales Karzinom
"Mein Leben hat sich insofern geändert, als dass ich jetzt intensiver lebe. Viele Dinge, über die ich mich früher aufregte, sind mir inzwischen nicht mehr wo wichtig. ... Meine Familie ist durch die Erkrankung noch enger zusammengerückt. Für meine Partnerschaft gilt das gleiche. Wir arbeiten beide im Schichtdienst und erleben unsere gemeinsame Zeit noch bewusster." Ariane Biok-May, 42 Jahre, Diagnose 2008: Non-Hodgkin-Lymphom
"Das Wichtigste, was ich für meine Mutter tun kann ist, dass ich präsent bin und mit ihr rede. Sie ist eine kluge Frau, die sich gern unterhält. Wir glauben an Gott. Es gibt eine Macht hinter den Dingen, die die Menschen beeinflusst, Gewissheit schafft und ihnen die Angst nimmt. Für uns steht fest, dass der Tod nicht das Ende ist. Daraus schöpfen wir Kraft." Manfred Kreißl, 50 Jahre, Angehöriger
"Zu einem schönen Leben gehört für mich vor allem gesund zu sein und nicht so viel Stresszu haben... Soziale Kontakte sind ganz wichtig und Menschen, die man liebt und die einen auch lieben. Reisen finde ich toll... Nach dem Abitur möchte ich studieren und einen ordentlichen Beruf bekommen. Ich interessiere mich für Biologie und Medizin. Die andere Seite des Krankenbetts reizt mich." Anika Sasse, 18 Jahre, Diagnose 2005: Akute lymphatische Leukämie