
Anmeldungen für PIKS-Projekttage im Schuljahr 2010/2011 sind ab sofort hier möglich.
In Deutschland erkranken jährlich ca. 6.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Davon sind gemäß der brandenburgischen klinischen Krebsregister derzeit ca. 160 Fälle p. a. in Brandenburg dokumentiert. Die Erkrankungshäufigkeit variiert stark mit dem Alter. Ein erster Gipfel ist zwischen 35 und 55 Jahren und ein zweiter Anstieg ab etwa 60 Jahren zu beobachten. Etwa ein Viertel der Betroffenen stirbt an dieser Erkrankung.
Zervixkarzinome werden in zirka 90 % der Fälle durch humane Papillomaviren (HPV) verursacht. Die Prävalenz von HPV- Infektionen ist unter jungen Frauen am höchsten und fällt mit dem Alter. 74 % der Infektionen werden bei Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren gesehen. Vor diesem Hintergrund hat die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut auf ihrer 56. Sitzung am 27. und 28. Februar 2007 eine Empfehlung zur generellen Impfung gegen humane HPV für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren verabschiedet.
Die Impfung mit drei Dosen sollte vor Beginn der sexuellen Aktivität abgeschlossen sein. Die genaue Dauer der Immunität nach Impfung ist derzeit noch nicht bekannt; es liegen Ergebnisse für ca. fünf Jahre vor. Die Frage nach der Notwendigkeit einer Wiederimpfung kann auf Basis des aktuellen Forschungsstands noch nicht beantwortet werden. Die Risiko-Nutzen-Abwägung der STIKO führte dennoch zu einer generellen Impfempfehlung. Ziel der Impfung ist eine Reduktion der Krankheitslast durch Gebärmutterhalskrebs.
Das Gesundheitsbewusstsein von Kindern und Jugendlichen ist hinsichtlich des Themas Krebs häufig unterentwickelt und angstbesetzt. Die Gefahr einer eigenen Erkrankung an einem bösartigen Tumor wird von Menschen in jungen Lebensjahren häufig entweder gar nicht wahrgenommen oder verdrängt. Dies behindert den Zugang zu krebspräventiven Maßnahmen.
Die Schule ist für Kinder bei der Entwicklung von Gesundheitsbewusstsein ein wichtiger Partner. Sie kann eine bedeutende Funktion als „Türöffnerin" bei tabubesetzten Themen wie Krebs erfüllen. Die Impfung gegen das Zervixkarzinom beinhaltet gleich zwei problembesetzte Themen: Krebserkrankungen und Sexualität. Sexualerziehung wird zumeist im Fach Biologie oder im Land Brandenburg auch im Fach Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (LER) unterrichtet.
Wie eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Jugendsexualität zeigt, spielt der Schulunterricht bei der Sexualaufklärung von Mädchen eine wichtige Rolle. Nach der Mutter und der besten Freundin stehen Lehrkräfte für Mädchen bereits an dritter Stelle bei der Aufklärung zu sexuellen Fragen. So nennt ein knappes Drittel der Mädchen (31 %) die Schule als eine der wichtigsten Quellen der Sexualaufklärung. Zudem fungiert die Schule häufig als Schnittstelle zwischen Jugendlichen und externen Beratungsstellen. 90 % aller befragten Mädchen berichten, in der Schule Sexualunterricht erhalten zu haben.
Eine Möglichkeit, die Erkrankungsgefahr bzw. –häufigkeit durch das Zervixkarzinom zu mindern, besteht in einer adäquaten Aufklärung von Schülerinnen über ihre mit einer Impfung verbundenen Möglichkeiten eines Schutzes vor dieser Erkrankung. Mädchen mit diesem Kenntnisstand können frühzeitig einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen und ihn bzw. sie auf eine Impfung ansprechen. Zudem können die Mädchen als Multiplikatorinnen mithelfen, Gleichaltrige zu informieren.
"PIKS" - Pubertät - Impfen - Krebs - Sexualität - ist eine in 2007 begonnene Informationskampagne für Schulen im Land Brandenburg zu den Themen Pubertät, Impfen, Krebs und Sexualität mit dem Schwerpunkt HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Im Fokus steht die Zielgruppe der etwa 12- bis 17-jährigen Jugendlichen. PIKS hat sich die folgenden Ziele gesetzt:
Vermittlung des Themas Krebsprävention und Sexualität im Schulunterricht
Sensibilisierung von Schülerinnen, Lehrer/innen und Eltern für die Erhaltung individueller Gesundheit
Verbesserung des Gesundheitsbewusstseins
Aktivierung zu Verhaltensänderungen, z. B. durch praktische Übungen
Umfassende Information zur Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs, Klärung von Fragen
Abbau von Ängsten vor Untersuchungen und Untersuchungsergebnissen
Aufdeckung von allgemeinen Impflücken und Motivation zur Inanspruchnahme von Impfungen
Motivation zur Inanspruchnahme der J1-Untersuchung
Erprobung von Möglichkeiten zur Verstetigung des Angebots in brandenburgischen Schulen.
Um möglichst große Effekte in Bezug auf die obige Zielsetzung zu erlangen, müssen sich diesbezügliche Maßnahmen auf die drei zentral beteiligten Zielgruppen konzentrieren:
die Lehrkräfte,
die Eltern
sowie die Schülerinnen und Schüler selbst.
Insgesamt gibt es in Brandenburg etwa 468 Grundschulen, 165 Oberschulen, 35 Gesamtschulen, 106 Gymnasien und 109 Förderschulen. Das Vorhaben richtet sich an alle diese Schulen. Der Schwerpunkt wird angesichts der Zielgruppe jedoch auf den Grund- und Oberschulen liegen. Eine besondere Beteiligung wird von den Schulen des „Netzwerks gesunde Schulen OPUS (von dem MASFG initiiertes „Offenes Partizipationsnetzwerk und Schulgesundheit") erwartet, die sich bereits in besonderer Weise dem Thema „Gesundheit" verpflichtet haben und entsprechenden Aktivitäten ausnehmend aufgeschlossen gegenüber stehen. Hierbei handelt es sich um etwa 23 OPUS-Schulen.
Im einzelnen bietet PIKS die folgenden Maßnahmen an:
Die von den Brandenburgischen Gesundheitsämtern und weiteren Kooperationspartnern ins Leben gerufene Aktion „Schützdich " hat sich zum Ziel gesetzt, durch Aufklärung in den Schulen, Gesundheitsämtern und Arztpraxen eine Verbesserung des Impfstandes zu erreichen. Hierzu wurde eine Internetplattform mit begleitenden Informationsmaterialien erarbeitet, die im Biologieunterricht eingesetzt werden kann. Diese und weitere Unterlagen anderer Einrichtungen werden bei PIKS einbezogen.
Die Materialien der Aktion „Schützdich" sollen Lehrkräfte des Fachs Biologie anregen, sich stärker für das Thema J1 Vorsorgeuntersuchung zu engagieren. PIKS ergänzt dieses Anliegen, indem es einen Schwerpunkt auf ein spezifisches Thema im Bereich Impfen, nämlich HPV, legt und zudem eine direkte Schulung von Lehrkräften vorsieht, die wiederum die erworbenen Kenntnisse nicht nur an die Schülerinnen und Schüler, sondern auch an die Eltern weiter geben. Die in den Schulen tätigen Lehrkräfte im Fach Biologie werden einmal pro Schuljahr zu themenbezogenen Fortbildungen in die sechs Schulamtsbereiche des Landes eingeladen. Die Schulungen werden grundsätzlich in Zusammenarbeit mit den 11 für die ü bergreifenden T hemenk omplexe Gesundheit und jugendliche Lebenswelten zuständigen Lehrkräften (ÜTK-Lehrern) bzw. Gesundheitsberatern durchgeführt.
Als Dozentinnen bzw. Dozenten engagieren sich Ärztinnen und Ärzte, die über die PIKS-Kooperationspartner (Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V, Landesverband Brandenburg (KJÄ), der Berufsverband der Frauenärzte Brandenburg e. V. (BVF) oder das Landesgesundheitsamt (LGA) vermittelt werden. Zudem engagieren sich auf Bedarf die im Projekt beteiligten Krankenkassen AOK und IKK, die auf Wunsch die Aktivitäten zusätzlich mit geschultem Krankenkassenpersonal unterstützen. Zur Übertragung und Überwachung der Fortbildungsergebnisse in den Unterricht wird mit OPUS eng kooperiert.
Besonders wichtig ist, dass die projektrelevanten Informationen auch an die Eltern weiter geleitet werden. Hierbei übernehmen die ÜTK-Lehrkräfte eine zentrale Rolle, indem sie die in den Lehrerfortbildungen vermittelten Inhalte an die Eltern kommunizieren, für Elternversammlungen zur Verfügung stehen und dortige Probleme und weitere Themen aufgreifen. Ferner wurde für die Eltern ein spezifisches Informationsblatt entwickelt. Zudem erhalten sie generelle Informationsmaterialien, die sie in die Lage versetzen, sich intensiv mit den vermittelten Themen auseinander zu setzen.
2009 wurde auf Grund der großen Nachfrage ein
Flyer
zum PIKS-Projekt herausgegeben, der hier downgeloaded werden
kann. Dieser Flyer wird zur zusätzlichen
Information der Eltern verwendet. Er bietet eine Basis, auf der
die Jugendlichen mit ihren
Eltern über die im Unterricht vermittelten Themen sprechen können,
und er kann als weitere „Erinnerungshilfe"
dienen. Wichtig ist, dass verschiedene Wege beschritten werden,
damit Eltern die notwendigen Sachinformationen erhalten.
PIKS will Jugendliche für das Thema Krebsprävention und Gesundheit allgemein sensibilisieren. Ein zentrales Anliegen ist es dabei, Schülerinnen und Schülern neben der Vermittlung von theoretischen Kenntnissen auch die Gelegenheit zu praktischen Übungen zu geben, bei denen sie ausprobieren können, wie sich Gesundheitsförderung „anfühlen" kann.
Hierzu organisieren wir ärztlich geleitete Projekttage. Ein PIKS-Projekttag umfasst drei Unterrichtsstunden. Es gibt Gesprächsrunden, Vorträge, Filme und ein interaktives Spiel zu den Themen Krebsprävention, Impfen und Gesundheit allgemein, HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs, Verhütung und sexuell übertragbare Krankheiten.
Die Koordinierung der Projekttage und des gesamten Projekts erfolgt durch die LAGO. Die Öffentlichkeitsarbeit wird intensiv betrieben.
Anmeldungen für PIKS-Projekttage im Schuljahr 2010/2011 sind ab sofort hier möglich.
Die brandenburgische Weltmeisterin und Gold-Olympiasiegerin 2008 im Kanu-Sport Fanny Fischer promotet PIKS:
"Als Sportlerin ist es für mich natürlich gar kein Thema mich
zu bewegen und mich dadurch fit und gesund zu halten. Denn ohne
regelmäßiges Training und eine gute Form ginge gar nichts. Aber
das reicht zum Gesundbleiben nicht immer. Und deswegen finde ich
PIKS so wichtig und setze mich dafür ein. Sich mit einer Impfung
gegen Krebs zu schützen – eine Riesenchance. Die sollte kein Mädchen
verpassen: Ein kleiner Piks und du bist auf der sicheren Seite!"
Die
LAGO wurde beim Forum Women Against Cervical Cancer (WACC-Forum
2008)
am 12. November in Nizza für ihr Projekt PIKS mit einem internationalen
Preis ausgezeichnet.
Neun Projekte aus der ganzen Welt hatten sich für den Preis
beworben. Für Deutschland ging die brandenburgische
LAGO-Kampagne „PIKS“ an den Start. Diese wurde zusammen mit
einem französischen Projekt ausgewählt. Ein großer Erfolg nicht
nur für die LAGO, sondern für Brandenburg.
Die LAGO war eingeladen, Inhalte und
Erfahrungen mit PIKS beim zweiten
WACC-Forum 2010 in Monaco im Rahmen eines
Vortrags
zu präsentieren.
Das
Brandenburger Bündnis Gesund Aufwachsen hat PIKS
zertifiziert.
Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau (ÄGGF)
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. Landesverband Brandenburg
GEMA - Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte -
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg
PIKS wird unterstützt von den Krankenkassen AOK Brandenburg - Die Gesundheitskasse und IKK Brandenburg und Berlin, DAK und BARMER und gefördert aus Sponsorgeldern der Firma Sanofi Pasteur MSD GmbH.
3. Schuljahr 2009/2010:
Posterpräsentation PIKS am 24.2.2010 auf dem 29. Deutschen
Krebskongress in Berlin
Präsentation PIKS am 17.2.2010 beim 2. WACC-Forum in Monaco
2. Schuljahr 2008/2009:
Bericht zur Lehrerbefragung Beurteilung PIKS SJ 08/09
Wirkungen / Nachhaltigkeit von PIKS SJ 08/09
Bericht zu den Ergebnissen des Schuljahrs 2008 / 2009
Übersichtskarte zur Verteilung der Projekttage SJ 2008/2009
1. Schuljahr 2007/2008:
Wirkungen / Nachhaltigkeit von PIKS SJ 07/08
Bericht zu den Ergebnissen des Schuljahrs 2007/2008
Übersichtskarte zur Verteilung der Projekttage
SJ 2007/2008
| Monat | Tag | Schule | Ort |
|
September |
23. |
Hermann-von-Helmholtz-Gymnasium | Potsdam |
| Friedrich-Wilhelm-von-Steuben Gesamtschule | Potsdam | ||
| 29. | Grundschule Petershagen | Petershagen-Eggerdorf | |
Oktober |
7. | Grundschule Sachsenhausen | Oranienburg |
| 14. | Oberschule Wittenberge | Wittenberge | |
| KW 43 - 44 Ferien | |||
November |
5. | Schule im Nibelungenviertel | Bernau |
| 11. | Regenbogen-Grundschule | Senftenberg | |
| 18. | Grundschule am Schwanenteich | Neuenhagen | |
| 24. | Oberschule | Müncheberg | |
| Dezember | 16. | Oberstufenzentrum | Bernau |
| KW 52 - 53 Ferien | |||
Januar |
15. | Grundschule Am Stienitzsee | Rüdersdorf, OT Hennickendorf |
| 21. | Oderbruch-Oberschule | Neutrebbin | |
| 26. | Grundschule | Michendorf | |
Februar |
KW 5 Ferien | ||
| 12. | Europaschule | Werneuchen | |
| März | 3. | Schule mit sonderpäd. Förderung "Lernen" Schule am Ring | Beelitz |
| 11. | Schule mit sonderpäd. Förderung "Lernen" Ch. Gotthilf Salzmann | Herzberg | |
| 12. | Schule mit sonderpäd. Förderung "Lernen" | Falkensee | |
| 25. | Goethe-Schiller-Gymnasium | Jüterbog | |
| April | KW 13 - 14 Ferien | ||
| 14. | Grundschule "Albert Einstein" | Caputh | |
| 15. | Ludwig-Leichhardt-Gymnasium | Cottbus | |
| 16. | Grundschule | Rehfelde | |
| 22. | Theodor-Fontane-Schule Menz | Stechlin, OT Menz | |
| 29. | Elsterland-Grundschule | Herzberg | |
| Mai | 6. | Ludwig-Leichhardt-Gymnasium | Cottbus |
| KW 19 Pfingsten | |||
| 18. | P. Praetorius-Gymnasium | Bernau | |
| 25. | P. Praetorius-Gymnasium | Bernau | |
| 26. | Elisabeth-von-Schlieben-Grundschule | Halbe | |
| 31. | Oberschule Brandenburg Nord | Brandenburg / Havel | |
| Juni | 10. | Johann-Heinrich-Pestalozzi Grundschule | Prenzlau |
| 16. | Grundschule | Kleinmachnow | |
| 24. | Grundschule | Burg | |
| Juli | 1. | Gesamtschule 3 | Eisenhüttenstadt |
| Ende des Schuljahrs | |||
kein Hinweis für den kausalen Zusammenhang
zwischen HPV-Impfung und Todesfällen
Die 2007 berichteten zwei Todesfälle einer 17- und einer 19-jährigen
Frau geben entsprechend der Experten des mit der Sicherheit von
Arzneimitteln befassten Paul-Ehrlich-Instituts und der europäischen
Arzneimittelagentur (EMEA) keinen Anlass, die Impfungen gegen HPV
auszusetzen. Bisher wurden bereits 700.000 Personen geimpft. Generell
gilt der Impfstoff als sehr gut verträglich. Die häufigsten
beobachteten Nebenwirkungen, die bei mehr als einer von zehn geimpften
Patientinnen auftraten, sind Hautreaktionen an der Einstichstelle
(Rötung, Schmerzen, Schwellung) und eine vorübergehende Temperaturerhöhung.
Nicht auszuschließen sind darüber hinaus Übelkeit, Erbrechen, Schwindel
oder Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Atembeschwerden, Nesselsucht
oder Ausschlag. In seltenen Fällen wurde auch von Ohnmachtsanfällen
nach der Impfung berichtet. Vor diesem Hintergrund wird empfohlen,
geimpfte Personen über einen Zeitraum von 15 Minuten nach Verabreichung
des Impfstoffs zu beobachten. Eine Stellungnahme zu den Bedenken
gegenüber der HPV-Impfung bietet das
Paul-Ehrlich-Institut . Umfassende Informationen und Antworten
auf weitere Fragen finden sich auf der Homepage des
Krebsinformationsdienstes .
PIKS-Logo: Susanne Gläser, www.zazadesign.de