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Erste LAGO-Tagung 2000: Pilotveranstaltung mit hoher Praxistauglichkeit

"Leben bis zuletzt - Finalversorgung von Tumorkranken" am 18./19. Februar 2000 im Hotel „Voltaire" Potsdam

Vertiefende Informationen zum Fachbuch zur Tagung finden Sie am Ende dieses Textes.

Die spezifischen Anforderungen bei der Behandlung, Pflege und Betreuung von Patienten im Endstadium ihrer Krebserkrankung standen thematisch im Mittelpunkt der Tagung. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema und der Austausch von Erfahrungen sollten vor allem dazu beitragen, die Belange von Patienten und deren Angehörigen zu verdeutlichen sowie das Wissen um die letzte Lebensphase eines jeden Menschen zu vertiefen.

Die Einladung stieß auf große Resonanz: Insgesamt folgten ihr 160 Gäste aus den Berufsgruppen Ärzte, Pflegende und Psychoonkologie. Die räumlichen Kapazitäten für die Tagung waren damit ausgeschöpft.

Eine anonyme, freiwillige, schriftliche Befragung der Tagungsteilnehmenden durch die LAGO ergab schwerpunktmäßig folgende Ergebnisse:

• Das Veranstaltungsprogramm hat insbesondere Vertreter und Vertreterinnen der Pflegeberufe angesprochen: diese Berufsgruppe war mit 50 % der Beteiligten am stärksten repräsentiert.

• Darüber hinaus kamen jeweils 16 % der Teilnehmenden aus der Medizin und den psychosozialen Berufen; die Pädagogik war zu knapp 10 % vertreten, die restlichen 8 % der Teilnehmenden kamen aus sonstigen Berufsfeldern.

• 83 % der Antwortenden waren weiblich.

• Der Klinikbereich war anteilmäßig am stärksten vertreten: 27 Teilnehmenden, also 38 % der Antwortenden gaben an, in einem Krankenhaus zu arbeiten.

• Die Kombination Referate – Workshops stieß zumeist auf eine breite Akzeptanz. Als positiv bewertet wurde dabei mehrfach, dass die Einbindung von Workshops dazu beitrug, eine größere Praxisnähe herzustellen; lediglich wenige kritische Stimmen verwiesen auf die zeitliche Überlagerung von Vorträgen und Workshops, die bei den Beteiligten offenbar teilweise zu Entscheidungsschwierigkeiten führte.

• Die Praxistauglichkeit der Vorträge und Workshops wurde in erster Linie mit den Schulnoten "sehr gut" bis "gut" bewertet.

• Die Frage, ob die Tagung den Erwartungen der Anwesenden entsprochen hat, beantworteten insgesamt 90 % der Befragten mit "sehr gut" oder "gut". Diese Aussage in Verbindung mit den oben gezeigten Ausführungen - insbesondere auch zur hohen Praxisrelevanz der Tagung - unterstützen das Ergebnis einer äußerst gelungenen und erfolgreichen Veranstaltung der LAGO.

Dennoch sollen nicht die kritischen Punkte außer Acht gelassen werden, die durch unsere Evaluation deutlich geworden sind:

• Für künftige Fachkonferenzen streben wir eine höhere Beteiligung von Ärztinnen und Ärzten sowie von Verantwortlichen aus Krankenkassen und Behörden an. Dies könnte zum einen durch eine zielgruppenorientiertere Werbung bzw. Information erreicht werden. Ein speziell für das medizinische Personal in Frage kommender Anreiz zur Teilnahme wäre zum anderen die Anerkennung und Bepunktung einer solchen Fachkonferenz als ärztliche Fortbildungsveranstaltung durch die Landesärztekammer. Diesen Aspekt werden wir in die Planung künftiger onkologischer Tagungen der LAGO einbeziehen.

• Zum zweiten wollen wir angesichts der überwiegend weiblichen Teilnehmenden auch über eine gezielt verstärkte Ansprache männlicher Teilnehmender nachdenken.

An Krebs erkrankte Menschen sowie Bürger und Bürgerinnen aus Potsdam und dem Land Brandenburg beteiligten sich im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdiskussion im Anschluss an die Tagung rege an dem Austausch von Fachmeinungen. Zum Abschluss der Tagung waren sich die Teilnehmenden in folgenden Forderungen einig:

• Lebensqualität und Menschenwürde für Sterbende,

• psychologische Schulung des medizinischen Personals,

• schmerzfreies Sterben,

• mehr Öffentlichkeit für Sterbende und den Tod im Alltag,

• Enttabuisierung der Thematik bereits in der Schule und

• Sicherstellung menschenwürdiger Patientenrechte durch die Politik.

Die LAGO Brandenburg wird die Anregungen aufnehmen und im Rahmen von geeigneten Veranstaltungen und Aktivitäten umsetzen. Erste Schritte erfolgten noch im Jahr 2000: Zum Thema "Schmerztherapie" wurde im Sommer 2000 eine auf großes Interesse stoßende Fortbildungsreihe für Patienten und Pflegende eingeführt. Entsprechende Veranstaltungen für Ärztinnen und Ärzte sind vorgesehen. Und nicht zuletzt wurde vom Vorstand die nächste LAGO-Tagung für das Jahr 2000 beschlossen.

Als Abrundung unserer Pilotveranstaltung erlebten die Tagungsteilnehmenden eine gelungene Abendveranstaltung im Restaurant "Prinz Eisenherz" im Filmpark Babelsberg. Allen Sponsoren, die mit Ständen und finanziellen Beiträgen zum Gelingen der Tagung beigetragen haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Fachbuch:

„Leben bis zuletzt – Finalversorgung von Tumorkranken", Hrsg. Hartmut Reiners et al., Berlin New York de Gruyter Verlag August 2001, Bestellung über den Buchhandel (ISBN 3-11-017183-X) oder zum Vorzugspreis bei der Geschäftsstelle der LAGO.