Der erste von LAGO und Tumorzentrum Land Brandenburg gemeinsam veranstaltete Brandenburger Krebskongress war ein Erfolg. Auf Empfehlung der Qualitätskonferenz Onkologie des Landes wurden die bisherigen LAGO-Tagungen und Fortbildungskongresse des TZBB in neuer Struktur unter diesem Namen zu einer zentralen landesweiten Veranstaltung zusammengefasst. Die Kongressorganisation übernahm die König & May GbR aus Potsdam.
Staatssekretär Dr. Daniel Rühmkorf betonte in seinem Grußwort: „Der 1. Brandenburger Krebskongress trägt wesentlich dazu bei, die präventiven, diagnostischen, kurativen, palliativen und pflegerischen Angebote in allen Regionen vorzuhalten und die Versorgungsqualität im Land insgesamt weiter zu entwickeln.“ Besonders wichtig sei es, dass die vielen „Einzelkämpfer“ auf dem Gebiet der onkologischen Versorgung in größerer Gemeinsamkeit handeln. Der Kongress setzte hier ein Zeichen.
Das
Programm des Kongresses
deckte viele unterschiedliche Themenbereiche ab: Von der
Krebsfrüherkennung über aktuelle Entwicklungen in den
Tumorzentren, Psyche und Krebs, Pflegerisches Handeln,
Onkologische Versorgungsqualität, Therapie von Mammakarzinom und
HNOTumoren bis hin zur Palliativversorgung.
Etwa die Hälfte der Kongressgäste waren Ärztinnen und Ärzte, je ein Viertel waren Pflegende sowie psychosoziale Fachkräfte und Vertreterinnen und Vertreter aus Behörden.
Ein Highlight war der Vortrag des Mediziners und Autors Dr. Edlef Bucka-Lassen aus Dänemark. Er stimmte zum Thema Kommunikation mit Tumorkranken auf den Kongress ein. Seine rhetorischen Fähigkeiten und seine Beispiele aus der Praxis überzeugten: Die Kongressgäste kommentierten sein Referat begeistert mit „hervorragend“, „ausgezeichnet“ und „sehr empfehlenswert“.
Am Ende gingen die ca. 200 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus dem Land Brandenburg, Berlin und anderen Bundesländern zufrieden mit viel neuem Wissen nach Hause. Besonders gefielen die sehr guten Referenten und die Themenauswahl sowie die nette kollegiale und freundliche Atmosphäre, so der einhellige Tenor. Auch die Räumlichkeiten des Hasso Plattner Instituts und die kulinarisch "immer gute Versorgung" stießen auf Wohlgefallen. Insgesamt beurteilten 60 % der Teilnehmenden, die einen Fragebogen ausfüllten und abgaben, den Kongress mit der Schulnote "sehr gut", weitere 31 % vergaben eine "2".
Die Veranstalter sind mit dem Kongress sehr zufrieden: „Die von der überwiegenden Mehrheit abgegebene sehr gute und gute Bewertung zum Gesamteindruck des Kongresses freut uns natürlich besonders und motiviert uns, das Konzept eines gemeinsamen Kongresses mit Plenarsitzungen, Symposien und Workshops beizubehalten bzw. weiter auszubauen.“, so Dr. Karin Koch vom TZBB und Dr. Gudrun Thielking-Wagner von der LAGO. Dies unterstützt auch der Kommentar eines Hausarztes, der ein abschließendes „Weiter so!“ in seinen Evaluationsbogen schreibt.
Ernst nehmen wird die LAGO ferner den Auftrag von Staatssekretär Dr. Daniel Rühmkorf zum Thema Ambulante Palliativversorgung: „Ich bitte die LAGO, sich weiter aktiv in den Prozess der Konsolidierung der vorhandenen Netzwerke einzubringen und beim Aufbau und der Entwicklung in den Regionen Brandenburgs mitzuwirken, in denen sie noch fehlen.“ Im ersten Quartal 2010 sind zwei neue Palliativnetzwerke in den Regionen Elbe-Elster und Barnim mit Unterstützung der LAGO geplant.
Der nächste Brandenburger Krebskongress ist im Frühjahr 2011 vorgesehen.
Grußworte
Grußwort des Staatssekretärs des MUGV Daniel Rühmkorf
Zur Einstimmung
Bucka-Lassen: Kommunikation mit
Krebskranken
Zwischen Leben und Tod - Neues aus der Palliativversorgung
Rest: Dürfen Menschen sterben, wie sie
wollen?
Rieger: SAPV - Eine Entwicklung zum guten oder zum Schlechten?
Hess: SAPV - Umsetzung im Land Brandenburg
Onkologische Versorgungsqualität
Reiners: Gesundheitsreform und politische Rahmenbedingungen
Koch: Protonentherapie - Bald auch
in Potsdam?
Dehl: Leitliniengerechte Ernährung
in der Onkologie
Aktuelle Entwicklungen in den Tumorzentren
von Braunmühl: Handlungsfelder im Nationalen Krebsplan
Schlag: Struktur
und Ziele des CCCC
Hoschke: Urologische Zentren - Was
bleibt in Brandenburg?
Heicappell: Prostatakarzinom - Über- oder Unterversorgung?
Prävention, Früherkennung und demografischer Wandel
Katalinic: Evaluation von Krebsfrüherkennungsprogrammen
Schmutzler: Risikoadaptierte Krebsfrüherkennung
Gieseking: HPV-Impfung, was bringt uns die Zukunft?
Grosse: Darmkrebsfrüherkennung
- Erfahrungen aus der Praxis
Pflegerisches Handeln zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Mauelshagen: Qualitätsmodell Pflege
in Theorie und Praxis
Wecht: Atemstimulierende Einreibungen in der Onkologie
Zettl: Wenn nichts mehr zu machen ist, ist immer noch viel zu
tun.
Psyche und Krebs. Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft
Roettger: Psychoonkologie - Quo
vadis?
Schulte: Patientenkompetenz. Was erwarte ich von meinem Arzt?
Harbach-Dietz: Krebserfahrung der Therapeutin - Potenzial oder
Handicap?
Kopf-Hals und pneumologische Tumoren
Buchali: Langzeiterfahrungen mit der
intensitätsmodulierten Strahlentherapie von Kopf-Hals-Tumoren
Krügel: Stand der Zertifizierung von Lungenkrebszentren
Das Mammakarzinom
Tillack: Daten und Fakten aus dem
Tumorzentrum Land Brandenburg
Tillack: Zum Zweitkarzinomrisiko bei Mammakarzinompatientinnen
Ein Fachbuch mit den detaillierten Beiträgen des Kongresses erschien im Januar 2010. Es kann über den Buchhandel oder bei der Geschäftsstelle zum Sonderpreis erworben werden, vgl. auch Informationsmaterialien.