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Abstract zur Dissertation:

Psychoonkologie und Versorgungsqualität im Akutkrankenhaus – Ergebnisse einer Evaluationsstudie im Land Brandenburg

Dr. P. H. Gudrun Thielking-Wagner

Für eine bedarfsgerechte Ausrichtung der Versorgung von Krebspatienten ist eine psychoonkologische Betreuung der Patienten ebenso wie deren medizinische und pflegerische Behandlung unerlässlich und in ihrer Bedeutung heute unbestritten. Die Versorgungsrealität weist jedoch insbesondere in Akutkrankenhäusern erhebliche diesbezügliche Defizite auf. Um Erkenntnisse zu gewinnen, wie diese Versorgungslücke geschlossen werden kann, befasst sich diese Arbeit mit der Evaluation der Wirkung der Einführung von psychoonkologischen Konsiliar-Liaisondiensten (CL-Diensten) in zwei Akutkrankenhäusern des Landes Brandenburg.

Es werden Bedarfe, Prozesse und Wirkungen der in der vierjährigen Studie eingeführten psychoonkologischen Unterstützungsangebote bei Patienten, Angehörigen und Personal untersucht. Im Mittelpunkt stehen Struktur, Organisation und Qualität der Versorgung. Hierzu werden 116 Patienten und 44 Mitarbeiter mittels standardisierter Fragebogenerhebungen und die drei in der Studie beteiligten Psychoonkologinnen im Rahmen von Expertinneninterviews befragt. Die Erhebungen werden zu mehreren Zeitpunkten wiederholt, um Interventionseffekte abschätzen zu können. Ergänzend werden relevante Dokumente, wie die Patientendokumentation der Psychoonkologinnen über insgesamt 1711 betreute Patienten und 299 Angehörige, analysiert.

Die Ergebnisse belegen den psychoonkologischen Versorgungsbedarf bei Patienten und Angehörigen und die Notwendigkeit der Fortbildung und Unterstützung des Personals, um eine angemessene, qualitätsgerechte Versorgung der Betroffenen zu gewährleisten. Es werden konkrete, praxisrelevante Hinweise zu strukturellen Faktoren gegeben, die bei der Implementierung von psychoonkologischen CL-Diensten entscheidend sind. Es wird gezeigt, dass eine systematische Erhebung des Betreuungsbedarfs unerlässlich ist, um die relevanten Zielgruppen zu erreichen. Ferner wird deutlich, dass die Tätigkeit der Psychoonkologie adäquat dokumentiert und die Ergebnisse an das Klinikpersonal rückgekoppelt werden müssen. Hierzu werden geeignete Formen einer institutionalisierten Kooperation, z. B. die Beteiligung der Psychoonkologie an der Visite, ermittelt.

Hierarchieunabhängigkeit und Neutralität stellen sich als wesentliche Bedingungen für eine erfolgreiche Tätigkeit der Psychoonkologie heraus, die durch deren organisatorische Anbindung an eine klinikübergreifende Struktur, wie ein Tumorzentrum, erfüllt werden können. Ein von allen an der Versorgung Beteiligten gemeinsam entwickeltes und getragenes sowie durch Fortbildung und Maßnahmen der Qualitätssicherung begleitetes Gesamtkonzept ist für die onkologische Versorgungsqualität und das Gelingen der Integration psychoonkologischer Strukturen im Akutkrankenhaus entscheidend.

Schlüsselbegriffe:

Psychoonkologie, Versorgungsqualität, Akutkrankenhaus, Konsiliar-Liaisondienst, systematische Erfassung des Betreuungsbedarfs, psychoonkologische Versorgungsstrukturen, Qualitätssicherung

Institut:

Institut für Gesundheitswissenschaften

Fakultät:

Fakultät VII – Wirtschaft und Management

DDC-Sachgruppe:

Psychologie

Dokumentart:

Dissertation

Hauptberichter:

Maschewsky-Schneider, Ulrike (Prof. Dr. phil.)

Sprache:

Deutsch

Tag der mündlichen Prüfung:

19.01.2006

Erstellungsjahr:

2006

Publikationsdatum:

08.03.2006

Hier finden Sie die No alternate text defined gesamte Dissertation zum Download und die No alternate text defined Einführung zur Dissertation.