„Alle Jahre wieder, aber jedes Jahr anders, und jedes Jahr unvergleichlich!". Eine Mitarbeiterin unseres Veranstaltungspartners Hospiz- und Palliativberatungsdienst Potsdam gab der Zustimmung auch der anderen Teilnehmenden an unserem nunmehr vierten Potsdamer Hospiztag Ausdruck: So fände der Bundestagsabgeordnete Steffen Reiche als Moderator immer passende Worte. Sie sei froh darüber, dass die Sozialbeigeordnete Elona Müller nicht ablassen werde von ihrem Engagement für ein stationäres Hospiz in Potsdam, vor allem aber der große Vortrag von Edlef Bucka-Lassen, Arzt und Schriftsteller aus Dänemark, zum Thema „Das schwere Gespräch" habe sie außerordentlich berührt.
Gemeint war in diesem Vortrag das Gespräch zwischen Arzt und Patient, worin dem Patienten mitgeteilt wird, dass er an einer unheilbaren und existentiellen Krankheit leidet. Wie kann ein solches Gespräch geführt werden, was muss bedacht sein, was muss der Arzt tun, was darf er nicht tun, wie bereitet er sich vor?: „Am Ende", so die Beratungsdienst-Mitarbeiterin, „ haben wir sicherlich alle gedacht; ‚Wenn wir soweit sind, wünschen wir uns einen solchen Arzt mit so viel Empathie und Liebe!"
Rund 250 Gäste nahmen in diesem Jahr teil, Ehrenamtliche aus der Hospizarbeit aus Potsdam und Umgebung, Fachkräfte aus Medizin und Pflege sowie persönlich interessierte Menschen. Der große Andrang zeigt uns, dass wir mit unserem jährlichen Veranstaltungsangebot zum Austausch und zur Information richtig liegen.
Die Kommunikation am Lebensende zwischen Betroffenen und den haupt- und ehrenamtlichen Begleitern zog sich als zentrales Thema auch durch die anschließenden acht Workshops.
So berichteten drei ehrenamtlich Mitwirkende des Potsdamer Hospizdienstes über ihre Erfahrungen in der Sterbebegleitung.
Weitere Workshops gab es zu den Themen: Kommunikation mit Angehörigen, Möglichkeiten der Physiotherapie in der Palliativmedizin, Palliativmedizin, Palliative Care, jüdische Sterbekultur in Brandenburg und Umgang mit der Angst. Zudem leitete Edlef Bucka-Lassen einen Workshop, der sich mit dem „schweren Gespräch" in Vertiefung seines Vortrags beschäftigte.
Die Auswertung der Veranstaltung an Hand von 64 anonymisierten Fragebögen zeigte eine überwiegend sehr hohe Akzeptanz unseres Veranstaltungsformats:
Die einzelnen Veranstaltungen wurden mehrheitlich mit „sehr gut" von den Teilnehmern bewertet, besonders der Eröffnungsvortrag „Das schwere Gespräch" von Edlef Bucka-Lassen mit vertiefendem Workshop. Auch Inhalte und Vielfalt der Workshops sowie der Erfahrungsaustausch in der jeweils anschließenden Diskussionsrunde erfuhren sehr positive Resonanz.
Auf die Frage, ob die Veranstaltung den Erwartungen der Teilnehmer insgesamt entsprochen habe, vergaben 56 Prozent der Befragten das Prädikat „sehr gut", 39 Prozent „gut" und fünf Prozent „befriedigend".
Die Frage, ob den Teilnehmern etwas besonders gefallen hätte, beantworteten 69 Prozent der Befragten mit „ja", acht Prozent verneinten die Frage und 23 Prozent machten hierzu keine Angaben. Besonders häufig genannt wurden in diesem Zusammenhang die gute Organisation, die Versorgung, die Inhalte und Auswahl der Workshops und besonders das Spiel der Theatergruppe am Schluss der Veranstaltung.
Auf die Frage, ob den Teilnehmern etwas nicht gefallen habe, antworteten 14 Personen mit „ja", 31 mit „nein" und 19 Befragte machten hierzu keine Angaben. Vereinzelte Kritik erfuhren der verspätete Beginn der Veranstaltung sowie der zu eng bemessene Zeitrahmen für die vielen Themen und Angebote.
Zum Ausklang spielte die Theatergruppe der Caritas-Hospizdienste szenische Collagen zum Umgang mit dem Thema Tod und Sterben im Alltag. Während draußen das lang erwartete Sommergewitter niederging, gab es eine Stunde lang Heiteres und Besinnliches. Als alle hinaustraten, schien aber bereits wieder die Sonne!