Wie sehr die Frage nach dem Umgehen mit unserer letzten Lebensphase die Menschen bewegt, zeigte die hohe Beteiligung an unserer Veranstaltung mit rund 200 Besuchern aus Potsdam, dem Umland und Berlin. Vor allem Pflegende aus Krankenhäusern, Arztpraxen und von ambulanten Diensten waren in großer Zahl vertreten. Sehr viele Besucher kamen aus privatem Interesse. Vertreter ambulanter und stationärer Hospize, von Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Apotheken, Krankenkassen, der Krankenhausseelsorge, des Ministeriums und der Stadtverwaltung sowie der Kassenärztlichen Vereinigung sowie Ärztinnen und Ärzte, Heilpraktiker und Psychotherapeuten suchten nach Antworten.
Auf unserem ersten Potsdamer Hospiztag wurden wichtige Themen behandelt wie die Schmerztherapie und die Pflege von Sterbenden. Fragen "Wie kann ich mein Leben bis zuletzt nach meinen Vorstellungen gestalten und was ist eine Patientenverfügung?", „Ich will zu Hause sterben, welche Hilfsangebote bis zuletzt gibt es"? wurden öffentlich angesprochen. In einem Beitrag wurde die psychosoziale Begleitung Sterbender durch Ehrenamtliche des Hospizdienstes vorgestellt. Ein Podiumsgespräch rundete die Veranstaltung ab.
Gemeinsam mit dem Hospiz- und Palliativberatungsdienst Potsdam (HPP, damals noch EAHP) zeichnete die LAGO Brandenburg für die Veranstaltung verantwortlich. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Tatjana Jury vom ORB-Fernsehen. Der Oberbürgermeister der Stadt Potsdam Jann Jakobs sprach ein Grußwort und als weitere bekannte Persönlichkeit konnten wir den Landtagsabgeordneten Sven Petke begrüßen.
Bei der Registrierung der Teilnehmenden wurden alle gefragt „Wie haben Sie von dem Hospiztag erfahren?". Die Antworten zeigen, dass dies zum größten Teil durch eine direkte Einladung und zum anderen auf dem Dienstweg erfolgt ist. Weitere Informationsquellen waren Presse (10x), „Mund zu Mund" (8x), Arztpraxen (5x), Stadtbibliothek Potsdam (1x), Benefizkonzert (1x), Straßenbahnen Potsdams (1x), Stadtteilladen Kirchsteigfeld (1x) sowie ein Aushang im Bürgerhaus am Schlaatz (1x). Das Ergebnis zeigt, dass sich der direkte Versand der Einladungen an den Adressenverteiler der LAGO und des EAHP wieder bewährt hat. Auch ist die Öffentlichkeitsarbeit durch die Presse recht wirkungsvoll. Der Aufwand und die Kosten, die Einladungen über die Straßenbahnen zu verteilen, sollte bei weiteren Veranstaltungen überdacht werden.
In Anbetracht der großen Teilnehmerzahl waren die räumlichen Kapazitäten in Bezug auf den Vortragssaal ausgeschöpft. Das Foyer bot ausreichend Platz für die begleitenden Informations- und Industriestände zu den Themen Krebs und Hospizarbeit sowie für das Büfett. Der Service im Bürgerhaus am Schlaatz war sehr gut. Für ähnliche Veranstaltungen sind die Räumlichkeiten sehr zu empfehlen.
Die Mischung von Praxis und Theorie in den Vorträgen ist gut gelungen. Der Vortrag zum Thema „Patientenverfügung" war sehr informativ; allerdings war die angesetzte Zeit zu lang. Theoretische Beiträge sollten künftig zu einem früheren Zeitpunkt zwischen zwei Erfahrungsberichte platziert werden.
Die Veranstaltung hat im Ergebnis gezeigt, dass niemand in der letzten Lebensphase allein sein und auf Unterstützung verzichten muss. In Potsdam und in weiten Bereichen des Landes Brandenburg existiert ein gut funktionierendes Netzwerk an praktischen Hilfen. Dennoch gibt es auch Defizite, so z. B. in der häuslichen schmerztherapeutischen Versorgung sterbender Patienten. Weiterhin existieren zu wenige häusliche Krankenpflegedienste, die sich auf die palliativpflegerische Versorgung spezialisiert haben. Hier ist noch vieles zu tun. Die Unterstützung von Politik und Kassen ist gefragt.
Fazit: Wir sind auf dem besten Weg, aber noch lange nicht am Ziel!
Den 2. Potsdamer Hospiztag 2004 , wieder als gemeinsame Veranstaltung von der LAGO und dem HPP, planten wir deshalb damals gleich fest ein.
Die Veranstaltung wurde von Sponsoren unterstützt. Ohne die Hilfe der Firmen Chugai Pharma, Grünenthal, Horizont, Mundipharma, Essex und der Gärtnerei Spillner in Potsdam wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen. Hier unser herzlicher Dank.